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MPU wegen Drogen: Cannabis, harte Drogen und Medikamente

Drogenkonsum – auch ohne Fahrt – kann zum Führerscheinentzug und zur MPU führen. Hier erfährst Du, was bei einer Drogen-MPU geprüft wird, welche Abstinenznachweise Du brauchst und wie Du Dich vorbereiten kannst.

Wann wird eine MPU wegen Drogen angeordnet?

  • Cannabis: Bei Überschreitung von 3,5 ng/ml THC im Blutserum beim Fahren. Auch bei regelmäßigem Konsum ohne Fahrt kann die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an der Fahreignung äußern.
  • Harte Drogen (Kokain, Amphetamine, Heroin, MDMA, etc.): Bereits einmaliger Konsum, Besitz, Einfuhr oder Handel kann zum sofortigen Entzug der Fahrerlaubnis und zur MPU-Anordnung führen.
  • Medikamente mit Suchtpotenzial: Bei Missbrauch oder Abhängigkeit von Benzodiazepinen, Opioid-Schmerzmitteln oder ähnlichen Substanzen.

Was wird bei der Drogen-MPU geprüft?

Die Drogen-MPU ist in der Regel umfangreicher als die Alkohol-MPU:

  • Toxikologische Untersuchung: Urinscreenings und/oder Haaranalysen zum Nachweis der Abstinenz.
  • Psychologisches Gespräch: Konsumgeschichte, Einstieg, Entwicklung, Auslöser, Aufhörmotivation und Verhaltensänderung.
  • Medizinische Untersuchung: Körperliche Folgen des Konsums.

Wie lange muss ich Abstinenz nachweisen?

  • Cannabis: In der Regel 6 bis 12 Monate, je nach Konsummuster und Umständen.
  • Harte Drogen: Mindestens 12 Monate, in vielen Fällen wird eine längere Abstinenz erwartet.
  • Mischkonsum: Die strengste Regel gilt – meistens 12 Monate.

Wichtig: Die Abstinenz muss durch ein gerichtsfestes Programm (mindestens 4 Screenings in 6 Monaten oder 6 Screenings in 12 Monaten) nachgewiesen werden. Wir beraten Dich, welche Programme anerkannt sind.

Häufige Fragen

Führt einmaliger Cannabiskonsum zur MPU?
Einmaliger Konsum allein führt nicht zwingend zur MPU. Wird aber THC im Blut beim Fahren nachgewiesen (über 3,5 ng/ml) oder ergibt sich ein Muster regelmäßigen Konsums, ist eine MPU-Anordnung wahrscheinlich.
Was, wenn ich nur besessen, aber nicht konsumiert habe?
Bei harten Drogen kann bereits der Besitz ausreichen, um Zweifel an der Fahreignung zu begründen. Die Fahrerlaubnisbehörde kann eine MPU anordnen.
Ist die Drogen-MPU schwieriger als die Alkohol-MPU?
Sie ist in der Regel umfangreicher und teurer. Der Abstinenznachweis ist fast immer erforderlich, und das psychologische Gespräch geht tiefer auf Konsummuster und Aufhörmotivation ein.

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